Ernährung

Übergewicht

Übergewicht

Im heutigen Beitrag möchte ich mit dem Thema Übergewicht und Adipositas fortfahren. Der letzte Eintrag endete bei  „Welche Faktoren sind verantwortlich für Übergewicht und Fettsucht?“. Hier kommen die Übeltäter im Überblick!

Das Essverhalten alleine ist nicht Schuld daran, es spielen mehrere Faktoren zusammen.

  • Ernährungsgewohnheiten
  • Körperliche Aktivität
  • Genetische Faktoren
  • Persönlichkeitsspezifische Faktoren
  • Soziokulturelle Faktoren
  • Weitere Aspekte wie Medikamente und Diäten

Körperliche Aktivität 

  • Weniger körperliche Arbeit im Beruf (Hauptsächlich in Industrieländern)
  • Kein Sport in der Freizeit

Dadurch wird weniger Energie verbrannt und die Körperzusammensetzung verändert sich – mehr Fett als Muskelmasse bildet sich. Die Stoffwechselaktive Muskelmasse geht zurück und der Grundumsatz (GU) sinkt. Dadurch wird auch die Fettverteilung ungünstig beeinflusst.

Man sollte mindestens 150 Minuten pro Woche für körperlicher Betätigung aufbringen können – sollte doch machbar sein, oder? Eine Woche hat 10080 Minuten, davon verbringen wir ca. 3360 Minuten im Bett und ca. 2400 Minuten im Job. Bleiben somit 4320 Minuten übrig, die wir für Hausarbeit, Familie, Hobbies und Sport nutzen können.

Übergewicht

Ernährungsgewohnheiten  

Adipöse Menschen bevorzugen Nahrungsmittel mit hoher Energiedichte und essen meist mehr ungünstige Fette (gehärtete Fette) und Zucker.
Sie essen weniger komplexe Kohlenhydrate und mehr einfache Kohlenhydrate, wie Zucker, Süßigkeiten, Fertigprodukte, Fastfood Weizen und Co. Außerdem haben Betroffene ein außenreizgesteuertes Essverhaltenn ↓ , das Einfluss auf Hunger und Sättigung hat.

  • Uhrzeit
  • Aussehen
  • Geschmack
  • Nahrungsangebot
  • Portionsgröße

Wenn größere Portionen am Teller liegen, wird auch mehr gegessen. Sprich der äußere Reiz ( Portionsgröße ) ersetzt den inneren Reiz ( Sättigung ). Bei vielen wird Essen als Hilfsmittel- und Heilmittel angesehen. Zur Bewältigung von Belastungssituationen oder negative Emotionen – Langweile, Stress und Kummer sind Beispiele hierfür.

Genetische Einflüsse 

Übergewicht und Adipositas können genetisch in der Familie „übertragen“ werden – der Einfluss liegt bei ca. 30%. Sind Mutter und Vater adipös liegt das Risiko der Kinder bei stolzen 80%. Ist ein Elternteil  adipös liegt das Risiko bei 40% .
Eine Studie fand heraus, das Zwillinge meist gleiche Körperverhältnis aufweisen, auch wenn sie nicht gemeinsam aufwachsen. Die Forschung wurde auch bei Essgestörten durchgeführt – Zwillinge sind in den meisten Fällen beide an Bulimie oder Anorexie erkrankt.

Seit Jahren versuchen Wissenschaftler die Ursache für Fettsucht herauszufinden. Es wird vermutet, dass eine Resistenz des Leptin-Rezeptors im Gehirn dafür verantwortlich ist.
Leptin ist ein Gewebshormon, welches von Fettzellen synthetisiert wird und die Aufgabe hat eine Appetithemmung zu bewirken. Bei Übergewicht wird mehr Leptin ausgeschüttet, jedoch ohne Wirkung – daher wird eine Resistenz des Leptin-Rezeptors im Gehirn vermutet.

Übergewicht

Persönlichkeitsspezifische Faktoren

Psychische und emotionale Probleme sind ein großes Thema bei Übergewichtigen.
Untersuchungen haben jedoch festgestellt, das kein abweichendes Muster zu Normalgewichtigen gefunden wurde. Psychische Auffälligkeiten waren weniger die Ursache, als die Folge des Übergewichts.

Somit haben Persönlichkeitsfaktoren keinen Einfluss auf Übergewicht und Adipositas – ein Grund weshalb Adipositas keine Essstörung wie Bulimie oder Anorexie ist.

Soziokulturelle Faktoren

Menschen aus Industrieländern, sind von Geburt an einer Reihe von Umwelteinflüssen ausgesetzt, die Übergewicht begünstigen. Die wären:

  • Kaum Sport und Freizeit
  • Familie
  • Energiereiche Nahrung
  • Erziehung & Information
Sport und Freizeit
  • Fehlender Schulsport ( geringe Einheiten )
  • Weniger Spielplätze
  • Wenige Radwege, unsichere Straßen
  • Große Verfügbarkeit von häuslicher Freizeitgestaltung ( TV, Spielkonsolen usw. )
Familie 
  • Adipöse Eltern
  • Wenig Wissen, Budget und Kochfertigkeiten der Eltern
Energiereiche Nahrung 
  • Gefördert durch Werbung
  • Günstige Preise und überall verfügbar
  • Schulbezogene Werbung von Snacks und Softdrinks
  • Außerhausverzehr ( Schulkost, Imbissbuden, Supermärkte, Schnellrestaurants usw. )
Erziehung & Information 
  • Weniger Informationen über Lebensstil, Ernährung und Kochkunst durch Eltern und Schule
  • Überschuss an Werbung für Mode, Image und schlechte Lebensmittel
  • Kultur und Glaube werden verdrängt
Weitere Aspekte 

Langfristig eingenommene Medikamente neigen zu Gewichtszunahme, darunter fallen folgende Medikamente:

  • Antidepressiva
  • Psychopharmaka
  • Cortison
  • Betablocker ( Machen müde und hemmen die Fettverbrennung )

Diäten können auch zu Übergewicht führen, da sie meist von einem Jojo-Effekt begleitet werden. Diäten funktionieren einfach nicht. Man nimmt schnell ab, der Grundumsatz sinkt – man isst nach einer Diät wieder ’normal‘ , doch der Grundumsatz ist jetzt viel niedriger als zuvor = man nimmt zu und die Folge ist der sogenannte Jojo-Effekt. Durch den Jojo-Effekt verlieren viele Menschen den Mut und die Entschlossenheit erneut sich einer Diät zu unterziehen. Sie essen mehr und mehr und übersehen, das sie bereits übergewichtig oder auf dem Weg dorthin sind.

Falls jemand Fragen hat, kann er mir gerne eine Nachricht hinterlassen oder mir per E-mail schreiben.

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